Dr Ueli wird sesshaft (Folge 2)

Alte Holztür mit Efeu an einem Bauernhaus

Was cha sich dr Ueli überhoupt leischte?

Dr Ueli weiss jetz, was är wott: öppis Eigets. Es Huus. Mit es chli Umschwung wär schön. E Garage wär o nid schlächt. Und wenn är scho am tröime isch, de gärn no es Plätzli, wo är am Abe cha hocke und sini Rueh cha gniesse.

Är realisiert schnäu: Bevor är überhoupt afoht Inserate dürezstöbere, muss är zersch s’Finanzieue kläre. Ganz viu Lüt stöh bim ne Immobiliechouf vor genau dr gliche Frog. Was chani mir eigentlech überhoupt leischte?

Genau diese Frage sollte man klären, bevor man sich in ein Haus verliebt. Denn beim Immobilienkauf gibt es zwei Dinge, die darüber entscheiden, ob aus dem Traum tatsächlich ein Zuhause werden kann:

1. Das Eigenkapital: Wie viel Erspartes brauche ich?

In der Regel verlangen Banken mindestens 20% des Kaufpreises als Eigenkapital. Die restlichen 80% werden über eine Hypothek finanziert.

  • Die 10%-Regel: Mindestens 10% des Kaufpreises müssen aus “echtem” Eigenkapital stammen (z. B. Ersparnisse, Wertschriften, Erbvorbezug oder Säule 3a).
  • Die anderen maximal 10% dürfen aus der Pensionskasse bezogen oder verpfändet werden.

Ein Rechenbeispiel für das Emmental:

Findet Ueli ein schönes Haus für CHF 750’000.–, benötigt er mindestens CHF 150’000.– Eigenkapital (davon mind. CHF 75’000.– ausserhalb der Pensionskasse).

«Aha, auso das mit em Eigekapitau isch mau ds einte», seit dr Ueli, «aber es geit auso nid nume drum, öb ig gnue Gäud uf dr Site ha, sondern ou ob ig das Huus nächhär cha träge.»

2. Die Tragbarkeit: Kann ich mir das Haus auch langfristig leisten?

Die Bank prüft, ob die laufenden Kosten für das Eigenheim im Verhältnis zum Einkommen stehen. Als Faustregel gilt: Die Gesamtkosten der Immobilie dürfen nicht mehr als ein Drittel (33%) des Bruttojahreseinkommens ausmachen.

Die Bank rechnet dabei vorsichtig mit kalkulatorischen Zahlen:

  • Kalkulatorischer Hypothekarzins: ca. 5% (als Sicherheitsmarge, auch wenn die aktuellen Zinsen tiefer sind).
  • Nebenkosten & Unterhalt: ca. 1% des Kaufpreises pro Jahr.
  • Amortisation: Rückzahlung der 2. Hypothek (ca. 1% der Gesamtsumme pro Jahr).

Zurück zu Uelis Rechnung (Kaufpreis CHF 750’000.– / Hypothek CHF 600’000.–):

  • Kalkulatorischer Zins (5% von 600’000.–): CHF 30’000.– / Jahr
  • Nebenkosten/Unterhalt (1% von 750’000.–): CHF 7’500.– / Jahr
  • Amortisation (ca. 1%): CHF 6’000.– / Jahr
  • Gesamtkosten pro Jahr: CHF 43’500.– (ca. CHF 3’625.– pro Monat)

Damit diese Kosten unter der 33%-Hürde liegen, müsste Ueli (oder zusammen mit einer Partnerin / einem Partner) ein Bruttojahreseinkommen von ca. CHF 132’000.– haben.

Es lohnt sich also unbedingt, die Finanzierung vor der eigentlichen Haussuche mit einer Bank oder einer Finanzierungsfachperson abzuklären.

Wer weiss, in welchem finanziellen Rahmen er suchen kann, sucht entspannter – und verliebt sich hoffentlich nicht ausgerechnet in das Haus, das CHF 200’000.– über dem eigenen Budget liegt.

Was Ueli als Nächstes macht

Jetzt, wo dr Ueli si finanziell Rahme kennt, wird’s ärnscht: Wie fingt är im Ämmitau ds perfekte Hüsli, bevors eim vor dr Nase wäggeschnappt wird? U uf was muss me bi dr Besichtigung würklech achte?

Das erfahre dir i dr nächschte Folg!

Willst du wie Ueli den Schritt vom Mieten zum eigenen Zuhause wagen? Bei Immoment begleiten wir dich persönlich und mit lokaler Marktkenntnis durch den ganzen Prozess – von der ersten Frage bis zur Schlüsselübergabe.